Das Funkgerät ist ein essentieller Bestandteil unserer Taxen. Muss ja auch, denn irgendwie müssen wir Fahrer vom Funker unsere Instruktionen erhalten. Der Funkdienst wird zwar mittlerweile auch aus dem Auto heraus gemacht, aber das ist eigentlich auch egal.

Für mich hat das ganze auch nie wirklich mehr bedeutet. Klar, ich bleibe unterwegs auch relativ weitläufig in Kontakt mit allen Kollegen, und ab und an werden auch späßchen über Funk gemacht, aber im großen und ganzen geht es wohl doch um die Fahrtenkoordination.

Ganz anders sieht das bei der Kundschaft aus. Hier gibt es zwei unterschiedliche Typen:

Typ 1: Der Interessierte
Ihn oder sie interessiert es einfach, ob ich aus dem für sie vernehmbaren Rauschen etwas höre (was manchmal wirklich eine Kunst ist), wofür wir das Funkgerät alles nutzen, wie weit wir damit hörbar sind etc. Das ist der Angenehme Typ.

Typ 2: Der funken Wollende
Auch der Nervige genannt. Wenn immer wieder gefragt wird “Lass mich doaumal wss übern Funk sagn” schalte ich auf Durchzug. Als ob ich die Frage nicht mitbekommen hätte. Trinkgeld gibt es bei solchen Fahrten ohnehin nicht. Ob ich ihn nun reden lasse oder nicht.

Gestern hatte ich wieder mal das Vergnügen mit einer solchen profilierungsmöglichkeitssuchenden Gruppe von Kerlen. Am ende haben sie mir doch tatsächlich die Wahl gelassen, ob ich dabei bleibe, dass einer nichts über Funk sagen darf, oder ob ich mir doch den Euro Trinkgeld verdienen will. Super! Ein Euro Trinkgeld für eventuell Ärger mit meinem Chef. Da fällt mir die wahl gleich viel schwerer…